Haferkur – und ich mittendrin!

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Hallöchen,
man mag es nicht zugeben, aber ja ich bin in der Tat verrückt! Warum fragst du dich? Nun ja, diejenigen, die mich kennen wissen, dass ich manchmal einen kleinen großen Knall habe, aber das, was ich mehr oder weniger am Wochenende getan habe, schlägt dem Fass den Boden aus. Normalerweise halte ich nichts von Radikaldiäten, aber ich wollte meinen Körper einfach mal ein Resetknopf verpassen. Jap und wie der Zufall es so will und ich aus Langeweile rumrecherchiere, eigentlich diesen Gedanken schon länger hatte, beschloss ich, eine Haferkur durchzuziehen.
Der Hintergrund ist der, dass ich keine Spritzen wollte aufgrund von Diabetes, zumal die Form, die ich kriegen kann, man noch selbst steuern kann. Glücklicherweise haben wir nicht mehr das Wissen wie vor 20 Jahren, wo alle dachten, Diabetes sei nicht mehr unumkehrbar. Jetzt wissen wir es glücklicherweise besser. Die Form, die ich meine, ist Diabetes Typ 2 oder auch Altersdiabetes. Ich rede nicht von Typ 1, wo das Emunsystem die Inselzellen angreift und dadurch kein Insulin mehr produziert werden kann. Fakt ist, dass ich panische Angst vor Nadeln habe, bedeutet, Blut abnehmen kann sich zu einem Kampf für mich entwickeln. Aber jetzt lang genug rumgeschwafelt, ich erzähle kurz.
Bei der Haferkur ist, wie der Name es schon sagt, nur Hafer erlaubt. Bei der Diabetesprevention ist kein Zucker, wenig Salz und wenig Fett erlaubt. Das bedeutet: Die Auswahl ist entsprechend eingeschränkt und glaubt mir, die Zitrone wäre blass vor Neid gewesen, so sauer wie ich war. Hafer mag ich, ja, aber bitte als „vernünftiges“ Porridge oder in andere Variation! Eines kann ich versprechen: Es war die Hölle. Morgens: Hafer in Wasser eingeweicht, mit Zimt garniert, wahlweise Beeren oder Äpfel rein, fertig. Abends wurde es etwas besser: Entweder eine Ingwer-Hafer-Mörchensuppe oder Gemüse in Brühe gekocht, Hafer darin quellen lassen. Und warum nur zwei Mahlzeiten? Ganz einfach: Berechne ich maximal 80 g Hafer pro Portion, was am Tag im Schnitt, wenn ich drei Mahlzeiten nehmen würde, 240 g Hafer macht. Ich hätte ein großes Problem: Die Sättigung, dazu noch die Konsistenz! Ich war so satt, dass ich nur zwei Mahlzeiten genommen habe und das reichte völlig für mich. DAnn kam noch etwas hinzu, womit ich erst nicht gerechnet hatte: Hafer wollte auf einmal Wasser, sehr viel wasser! Und wenn wer auf den Kaffee nicht verzichten mag: Bis zu drei kleine Tassen Kaffee, was insgesamt 360 ml entspricht, sind erlaubt: aber Achtung, auch hier den Zucker und die Milch weglassen, schwarz trinken, wie meine Seele, wenn sie sauer ist!
Am ersten Tag war ich noch motiviert, nach einem Fehlversuch. Der zweite Tag, würde sagen war in ordnung. Der dritte Tag war der schlimmste. Wenn du mich ununterbrochen quengeln hören willst, dann bei sowas! Doch bitten und Betteln bringst nichts: Wer was verändern will, durchziehen! An zwei Tagen, mit einem Tag GEmüsehafer dazwischen, stand am Abend die Mörchen-Ingwer-Suppe auf meinem Speiseplan und glaube mir: Das war das Schönste. Die Suppe wärmte durch, gab mir sowas wie Hoffnung und einfach das Gefühl, was Geiles im Topf zu haben.
Am ersten Tag nach der Haferkur drehte mein Körper völlig durch: Die Unterzuckerung klopfte, als hätte sie jemand, ohne mir bescheid zu sagen, geschickt, an die Türe. Mein Plan mit der Assistenz: Bargeld hoen und zum Asialaden. Daraus wurde Geld holen, in der Sparkasse um ein Glas Wasser bitten, anschließend beim Bäcker den Zuckerhaushalt auffüllen und dann zum Asialaden. So viel Chaos wollte ich nun wirklich nicht. Beim Asialaden hätte ich eh nichts Wildes gebraucht: Sesamöl und Reisessig! Spoiler: Hab ich bekommen, aber eines war mir klar: So viel auf einen Schlag habe ich noch nie abgenommen und da weht es einen natürlich auf die Nase.
Um die Wirkung der Kur aufrechtzuerhalten gibt es zwei Optionen: Entweder alle sechs-acht Wochen drei Tage durchziehen, oder einmal in der Woche ein Tag durchziehen. Wichtig ist, dass am Anfang drei-fünf Tage durchgezogen wird, dann kann einmal in der Woche ein Hafertag eingelegt werden.
So, während du so liest, habe ich schon längst beschlossen, immer Sonntags durchzuziehen und fällt ein Feiertag drauf, der nicht Weihnachten, Geburtstag oder Ostern heißt, verschiebe ich ihn auf den Montag.
So, habe fertig.
Grüßle
Heidi

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